KRITIS-Dachgesetz 2026

10-Punkte-Orientierung für Vorstände und Geschäftsführer

Resilienz wird zur Führungs-, Haftungs- und Reputationsthematik – nicht mehr zur operativen Nebenfrage. Ein kompakter Leitfaden für strategische Entscheidungsträger kritischer Infrastrukturen.

KRITIS-Dachgesetz 2026 | Blue Risk IQ

Das KRITIS-Dachgesetz kommt – und verschiebt den Fokus deutlich. Weg von formaler Compliance, hin zu nachweisbarer Resilienz auf Leitungsebene.

Für Vorstände und Geschäftsführer wird Resilienz damit zu einer Führungs-, Haftungs- und Reputationsthematik – nicht mehr zu einer operativen Nebenfrage.

10-Punkte-Orientierungsrahmen

Strategische Leitfragen für die Geschäftsleitung zur Umsetzung des KRITIS-Dachgesetzes

1

Verantwortung klären

Resilienz ist Vorstands- und Geschäftsführungsaufgabe. Zuständigkeiten, Entscheidungsrechte und Eskalationswege müssen eindeutig geregelt sein – auch für den Krisenfall.

Frage für Vorstände & Geschäftsführer: Ist klar definiert, wer persönlich entscheidet und Verantwortung trägt, wenn Regulierung, Öffentlichkeit oder Aufsicht fragen?
2

Kritische Funktionen identifizieren

Nicht alles ist gleich wichtig. Entscheidend ist, welche Funktionen den gesellschaftlichen Auftrag sichern – auch unter Extrembedingungen.

Frage für Vorstände & Geschäftsführer: Wissen wir belastbar, welche Funktionen keinen nennenswerten Ausfall tolerieren – und wie lange?
3

Bedrohungen realistisch bewerten

Gefährdungen sind nicht abstrakt: Sabotage, Innentäter, hybride Bedrohungen, geopolitische Effekte. Bewertung muss szenariobasiert und entscheidungsrelevant sein.

Frage für Vorstände & Geschäftsführer: Basieren unsere Schutzentscheidungen auf realistischen Worst-Case-Szenarien – oder auf historischen Erfahrungswerten?
4

Schutzbedarfe priorisieren

Budgets sind begrenzt. Priorisierung ist eine Führungsentscheidung – nicht allein eine technische. Ressourcen müssen strategisch dorthin fließen, wo der größte Schaden droht.

Frage für Vorstände & Geschäftsführer: Fließen Ressourcen dorthin, wo der größte gesamtgesellschaftliche und unternehmerische Schaden droht?
5

Abhängigkeiten verstehen

Lieferketten, Dienstleister, IT-Services, Energie, Personal: Kritische Abhängigkeiten liegen oft außerhalb der eigenen Organisation. Ein Ausfall dieser Faktoren kann trotzdem Ihre Verantwortung werden.

Frage für Vorstände & Geschäftsführer: Kennen wir unsere Single Points of Failure, für die wir im Ernstfall dennoch Verantwortung tragen?
6

Physische Sicherheit risikobasiert ausrichten

Standards reichen nicht aus. Schutzmaßnahmen müssen konkret auf Bedrohungsszenarien ausgerichtet sein – nachvollziehbar und verteidigungsfähig.

Frage für Vorstände & Geschäftsführer: Verhindern unsere Maßnahmen realistische Angriffe – oder erfüllen sie primär formale Anforderungen?
7

Entscheidungs- und Reaktionsfähigkeit sicherstellen

Im Krisenfall zählt Führung: klare Rollen, schnelle Entscheidungen, geübte Abläufe. Die erste halbe Stunde entscheidet oft über den weiteren Verlauf.

Frage für Vorstände & Geschäftsführer: Ist eindeutig geregelt, wer in den ersten 30 Minuten entscheidet – und auf welcher Informationsbasis?
8

Nachweis- und Prüfungsfähigkeit herstellen

Resilienz muss erklärt, begründet und gegenüber Behörden, Prüfern und Öffentlichkeit vertreten werden können. Dokumentation wird zum Haftungsschutz.

Frage für Vorstände & Geschäftsführer: Können wir unsere Sicherheits- und Resilienzentscheidungen schlüssig und konsistent verteidigen?
9

Kontinuierlich verbessern

Resilienz ist kein Projekt mit Enddatum. Sie erfordert regelmäßige Bewertung durch die Unternehmensleitung – nicht nur anlassbezogen nach Vorfällen.

Frage für Vorstände & Geschäftsführer: Wird Resilienz regelmäßig auf Leitungsebene überprüft – oder nur anlassbezogen nach Vorfällen?
10

Resilienz messbar machen

Ohne Kennzahlen keine Steuerung. Messbarkeit schafft Transparenz, Vergleichbarkeit und Vertrauen. KPIs müssen objektiv, nachvollziehbar und aussagekräftig sein.

Frage für Vorstände & Geschäftsführer: Welche Kennzahlen zeigen uns objektiv, ob unsere Organisation heute widerstandsfähiger ist als vor einem Jahr?

Das KRITIS-Dachgesetz in Zahlen

0

Betroffene Sektoren

0+

Regulierte Unternehmen

0

Inkrafttreten

0/7

Meldepflicht bei Vorfällen

Betroffene Sektoren

Das KRITIS-Dachgesetz fasst erstmalig folgende 10 Sektoren unter einem einheitlichen Regelwerk zusammen

Energie
Transport und Verkehr
Finanzwesen
Leistungen der Sozialversicherung
Gesundheitswesen
Wasserversorgung
Ernährung
IT und Telekommunikation
Weltraum
Siedlungsabfallentsorgung

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